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Begleiteter Prozess in Cahabón - einem Dorf mit 160 Aldeas / Comunidades = Weilern

Speziell für Frauen, Mädchen und angehende Bäuerinnen

Überarbeiter Beschrieb des begleiteten Prozesses im Juni 2005.

Der bedgleitete Prozess entstand in Zusammenarbeit mit der Sekundarschule mit Spezialisierung in Ausbildung von jungen Bauern und Promotoren in Forstlandwirtschaft und Tierhaltung: “Fray Domingo de Vico” in Cahabón, Alta Verapaz, Guatemala

Erklärung des Wortes „begleiteter Prozess“. In Cahabón bedeutet ein Projekt für die Menschen: „Wir bekommen Geld oder sonst irgendwelche Geschenke. Ist das Geld aufgebraucht, ist das Projekt beendet.“ Diesen Eindruck möchte ich von Anfang an vermeiden. Ich möchte Hilfe anbieten in Form von Begleitung und Ausbildung in einem länger andauernden Prozess, der einen sanften Strukturwandel in den Aldeas auslöst. Das Wort Projekt verwende ich weiterhin zum Beispiel für den Kauf von Samen, Gartenwerkzeug, einer Nähmaschine oder den Bau eines Backofens.

Santa Maria
Frauen, Männer und Kinder in Santa Maria la Pila.
Sie mussten ihr Dorf Salak Tonichaj mit genügend Land, in dem sie über 100 Jahre gewohnt hatten verlassen und leben nun auf einem kleinen Flecken Land ohne Wasser und ohne die Möglichkeit Mais als Grundnahrung für alle anzubauen.
Santa Maria

Vernetzung - Ermächtigung - Wissensvermittlung - partnerschaftlich - gemeinsam unterwegs

Grundidee des begleiteten Prozesses
Ziel des begleiteten Prozesses kurz beschrieben
Dauer des begleiteten Prozesses
Zum Dorf Cahabón und seinen 160 Aldeas / Comunidades

Ich möchte mit diesem begleiteten Prozess folgendes erreichen.
Erfahrungen und Überlegungen
Meine eigene Arbeit
Infrastruktur und bauliche Massnahmen
Zu meiner Person
Fotos

Grundidee des begleiteten Prozesses:
Die Schule der Stiftung „Fray Domingo de Vico“ bildet zur Zeit 90 junge männliche Maya-Q’eqchi’ (17-22 jährig) als Bauern und zukünftige Promotoren einer ökologischen, nachhaltigen Landwirtschaft aus. Gleichzeitig absolvieren die Schüler die 7.-9. Klasse. Nach der 3 jährigen Ausbildung haben die Schüler neben dem Diplom der Landwirtschaftsschule auch den offiziellen Schulabschluss (9 Jahre Schule) in der Tasche. Die Schule ist zweisprachig – spanisch und q’eqchi’. Die Schüler lernen beide Sprachen in Wort und Schrift. Sie werden zu selbständigem Denken und Handeln angeregt. Gemeinschaftliches Handeln ist eine Grundidee im Zusammenleben der Maya und wird durch die Schule unterstützt und gefördert. Gleichzeitig wird ihre Maya-Identität und ihre Kultur gestärkt.

Frauen und Männer arbeiten in der Maya-Q’eqchi’-Kultur zusammen. Doch Frauen- und Männerarbeit ist in den meist abgelegenen Dörfern noch klar definiert. In der Maya-Kosmovision (Religion) sind Frauen und Männer zwar gleichgestellt. Im Laufe der Jahrhunderte ist dieses Prinzip allerdings im täglichen Leben verloren gegangen. Die Frauen in den Dörfern sind den Männern untergeordnetSchule . Sie haben zu gehorchen und sie sind meist unselbständig. Das drückt sich in vielen alltäglichen Dingen aus, aber auch darin, dass die Frauen in den Dorfstrukturen kaum in Leitungspositionen anzutreffen sind und oft ein sehr kleines Selbstwertgefühl haben.

Die neue Art der Landwirtschaft, des Denkens und die Stärkung der Maya-Identität, welche die jungen Männer in der Schule lernen, wird viele Änderungen kultureller, ökologischer und ökonomischer Art mit sich bringen:
  • Die eigene Kultur wird gestärkt. Da wie in vielen Kulturen die Frauen einen grossen Teil der Kultur weitergeben, ist es wichtig, auch die Frauen in ihrer eigenen Kultur zu stärken. Ihre Kultur ist gut und wichtig.
  • Die Schule stärkt die traditionelle Struktur der Dörfer. Die Institution der Ältesten wird sehr unterstützt. Auch Frauen können Älteste sein. Dies könnte wieder vermehrt bewusst werden, auch unter den Frauen.
  • In der Schule werden neue Gemüse und Früchtearten angebaut werden, deren Verabreitung für den individuellen Verbrauch nicht bekannt ist. Zitronengras als Erosionsschutz (Tee, Duftöl), Rosa de Jamaica (Tee), Gurken, Sesam, Karambole, Mostaza (Blattgemüse), Chaya (Baumspinat) und noch vieles mehr.
  • Die jungen Männer werden geschult in eigenständigem Denken und Handeln. Die Frauen sollten dieselbe Möglichkeit für eine Schulung haben, sonst ist die Gefahr für eine Unterdrückung der Frau vorprogrammiert.
  • Neue Lebensmittel werden plötzlich da sein. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass auch in sehr abgelegenen Dörfern neben Tortillas plötzlich Brot gekauft wird. Brot können die Frauen aber auch selber backen, aus selber gemahlenem Maismehl, Taromehl oder Maniokmehl oder mit gekauftem Mehl. Auf ihren Blechen, auf denen sie täglich Tortillas backen oder in selbstgemachten „Öfen“ aus alten Büchsen.

Die Ernährungssituation in vielen Dörfern ist prekär. Die Exportpreise von Kaffee und Kardamom, von dem sich viele BewohnerInnen eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erhofft haben, sind vollständig zusammengebrochen. Der Kaffeepreis schon seit längerer Zeit – Kaffee wird meist nur noch für den eigenen Gebrauch geerntet. Da auch auf den Fincas der Kaffee frauenprojekt kaum mehr geerntet wird, entfällt auch die Taglöhnerarbeit des Pflückens. Der Preis des Kardamom ist von 1,30 Sfr pro Pfund (2001), auf 0,43 (2002), 0,21 - 0,25 Sfr (2003) und in der letzjährigen Ernte auf 0,15 – 0,20 Sfr zurückgegangen, wobei sicher auch der Irak-Krieg mitspielt, weil die arabischen Länder die Hauptabnehmer sind. Die meisten Bauern besitzen zu wenig Land, um mit ihrer Anbaumethode die Nahrung für die ganze Familie sicherzustellen. Die Böden sind ausgelaugt, der Regen bleibt immer länger aus und so kann sich der Mais, das Hauptnahrungsmittel, nicht entwickeln. Die Ernte ist minimal.

Foto von einem Haus mit dazugehörigem Land. Der Mais ist ausgesät - zwischen den Steinen/Felsen - eine schlechte Ernte ist vorprogrammiert.


Dazu kommt, dass die Q’eqchi’ keine Haus-Gärten kennen, keine Bewässerung ihrer Felder und nur wenig Gemüse und Früchte in ihrer täglichen Küche benützen.

Die traditionellen Gemüse wie Mais, schwarze Bohnen, Taro, Maniok oder Süsskartoffeln werden immer auf dieselbe Art zubereitet und verleiden den Menschen. Vor allem die jungen Q’eqchi’ und die Frauen suchen nach neuen Menus und nach neuen Nahrungsmittel.

Viele Menschen sehen sich gezwungen auszuwandern - entweder in die Stadt oder in die USA. Laut neusten Statistiken wurden im Jahr 2002 in Mexiko 60'000, vom Januar bis Juni 2003 in Mexiko 35'456 guatemaltekische Sans-Papier aufgegriffen, die in die USA emigrieren wollten. Aus Cahabón selber sind bis jetzt glücklicherweise noch wenig Menschen in die USA emigriert.

Ziel des begleiteten Prozesses kurz beschrieben


  • Verbesserung der Ernährungssituation durch Anlegen von Hausgärten mit einer grösseren Anzahl verschiedener Gemüse, Früchte und Medizinalpflanzen
  • Verbesserung der ökonomischen Situation, unter anderem durch den Verkauf von Gemüse, Samen und erarbeiteten Produkten
  • Vergrösserung des täglichen Menuplanes
  • Aufbrechen der starren Arbeitstrennung
  • Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in den einfachen Häusern
  • Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung, der Böden, des Wassers und des Waldes durch biologischen Anbau in den Hausgärten und auf längere Sicht auch des Mais und der Bohnen.
  • Stärkung der eigenen Maya Q’eqchi’ Kultur
  • Förderung von eigenständigem Denken und Handeln der Frauen
  • Verstärkte Zusammenarbeit von Frauen und Männern in den Führungsinstitutionen der Aldeas aber auch im agrarischen Bereich
  • Vernetzung in verschiedenster Hinsicht
  • Mithelfen, dass die Menschen nicht mehr in die Städte oder nach den USA emigrieren müssen/wollen.

Die Frauen werden durch ihre Hausgärten und den verbesserten täglichen Menuplan viel zu einer Verbesserung der allgemeinen Lebenssituation in ihren Familien und Aldeas beitragen. Dadurch steigt ihr Selbstwertgefühl. Sie und ihre Arbeit werden von ihren Ehemännern wahrgenommen und geschätzt. Durch eine grössere Zusammenarbeit in den Führungsstrukturen und im familiären Bereich werden neue Ideen entstehen und die teils starren Strukturen in den Aldeas aufgebrochen. Frauen und Männer werden mehr Eigeninitiative entwickeln, etwas mehr in die Zukunft blicken und so ein vielleicht auch für sie lebenswertes Leben in den wunderschön gelegenen Aldeas aufbauen können. Strassen, verbesserte Transportmöglichkeiten mit Bussen, Elektrizität, Wasser, Telefon und Läden stehen auf der Wunschliste vieler BewohnerInnen der Aldeas. Sie wollen auch teilhaben an unserer Konsumwelt.
Dauer des begleiteten Prozesses

Der begleitete Prozess ist auf max. 7 Jahre angelegt. Es brauchte und braucht viel Vorarbeit und Überzeugungsarbeit, bis mit dem Anlegen von Familiengärten angefangen werden kann. Da weder Frauen noch Männer Kenntnisse im Anbau von Gemüse in Familiengärten haben und weder Aussaat noch Bewässerung für diese Art von Pflanzung kennen, ist eine sorgfältige, zeitaufwändige und länger andauernde Begleitung nötig. Die Menschen, die bis jetzt nur im Heute leben, müssen anfangen, umzudenken und die Zukunft zu schauen. Das ist ein längerer Prozess.

Ich möchte mit diesem begleiteten Prozess folgendes erreichen:

Erfahrungen und Überlegungen

Ich lebe jetzt seit anfangs Juni 2003 in der Landwirtschaftsschule in Cahabón. Um den begleiteten Prozess zu formulieren, wollte ich die Wirklichkeit hier in Cahabón selber kennen lernen. Ausprobieren auch, ob ich das Klima vertrage und vor allem spüren, ob die Menschen bereit sind und Lust haben, etwas Neues zu lernen. Was möchten sie lernen, was brauchen die Frauen, was braucht es für die Nahrungssicherung in den Aldeas, was möchten die Menschen ändern? Wie können die Frauen in ihrer Identität gestärkt werden? (Siehe auch Rundbriefe)
Tomaten in der Schule
„Hier wachsen keine Tomaten“ bekam ich noch vor 3 Jahren zur Antwort, als ich fragte: „Warum pflanzt hier niemand Tomaten?“ Unterdessen werden in der Schule mit Erfolg einheimische Sorten von Tomaten ohne Chemie angebaut, dazu Gurken, Chili, Mostaza (Blattgemüse), Chaya (Baumspinat), Wassermelonen, Bodenkohlrabi und eine Art Amaranth (Blattgemüse). „Hier kommt nichts“, sagen alle, die ich frage, warum alles Gemüse und die Früchte von auswärts mit Lastwagen eingeführt werden. Die Erfahrung hat sie dies gelernt. Die meisten NGO’s (Nicht-Regierungs-Organisationen) kamen mit der Absicht, Familiengärten anzulegen. Alle sprechen hier z.B. von Randen oder Karotten. Die Hilfswerke haben Samen verteilt. Die Menschen haben die Samen in den Boden getan und gewartet. Aber nichts kam zum Vorschein. Der Boden ist sehr arm und er ist heiss, wenn die Sonne scheint - und es regnet nicht mehr genügend. Wenn Gemüse wachsen soll, muss beschattet, bewässert und der Boden mit organischem Dünger ( und wo vorhanden mit Hühner- und Kuhmist) aufgebessert werden. Das kennen die Q’eqchi’ nicht.
Einheimische Tomaten in der Schule

Garten In meinem Versuchs-Familiengarten in der Schule, den ich anfangs Juni 2003 angelegt hatte, wuchsen neben den traditionellen GemüsenGarten Taro, Süsskartoffeln, Samat (Gewürz) und Koreander unterdessen Tomaten (aus diversen Ländern), Buschbohnen, Karotten, Krautstiele, Kohlrabi, Sonnenblumen, Salat, Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Radieschen. Ein bescheidener Anfang, aber wenigstens war ich sicher, dass etwas wächst. Um den Garten sind junge Bäume gepflanzt mit hier in der Gegend kaum bekannten Früchten wie Passionsfrucht, Feigen, Lychies, Karambol und Eukalyptus. Sträucher wie Brombeeren und Albahaca (Basilikum-Strauch), und Medizinalpflanzen wie Kamille, Pfefferminze, Salbei, Lavendel, Lorbeer, Ruda, und Pericón ergänzen den Familiengarten. Die nichtheimischen Medizinalpflanzen sich nicht bewährt und jetzt sind wir am Zusammenstellen von 5-8 einheimischen Medizinalpflanzen, die die meisten Krankheiten abdecken, die in den Aldeas vorkommen. Die Pflanzen sollten danach in jedem Familiengarten stehen und die Fraue deren Gebrauch beherrschen.

oberes linkes Bild: Krautstiele, rechtes Bild: im Vordergrund Buschbohnen, Mitte rechts Taro (grosse Blätter), im Hinteergrund mit Banananblättern und Düngerbohnen beschattete Saatbeete.


Garten


Garten

Garten
Einheimisches Basilikum, Karotten,
Peperoni, Salat, Knoblauch, Düngerbohnen

erste kleine Tomatenstauden
nicht alle vertragen das Klima
eine der Sonnenblumen inmitten
von Saatbeeten


Meine eigene Arbeit
  • Mit den interessierten Müttern der Schüler, mit interessierten Nachbarinnen und/oder Familienangehörigen und interessierten Frauengruppen Familiengärten anlegen. Das bedeutet zu lehren wie das Stück Land für den Garten auswählt, wie man Kompst zubereitet, Gartenbeete anlegt, den Boden bearbeitet, einen Zaun um den Garten baut, den Boden mit dem Dünger mischt, wie man sät, bewässert, beschattet, anhäufelt, die Pflanzen pflegt, düngt, aufbindet, die Schädlinge fernhält, schliesslich wie man das Gemüse erntet und wie man es kochen kann.
  • Ausserdem sollen die Mütter kennen lernen, wie und warum die Anbaumethoden für ihre traditionellen Nahrungsmittel geändert werden sollten. Also wissen, was ihre Söhne hier in der Schule lernen. Wo immer möglich werde icGenaro, Rumpok h versuchen, dass die Mütter auch ihre Nachbarinnen und Freundinnen einladen. Wenn sie in schon organisierten Frauengruppen mitarbeiten, werde ich versuchen, mit der ganzen Frauengruppe zu arbeiten.
    Zum Bild: Der Schüler Genaro arbeitet zuhause auf seiner eigenen Parzelle mit Kompost.
  • Ein wichtiger Teil meiner Arbeit wird der Versuchsgarten in der Schule sein und in diesem Zusammenhang die praktische Weitervermittlung der Anbaumethoden in den Familiengärten, mit Bewässerung, Beschattung und Düngung des Bodens mit organischem Dünger. Monatliche Besuche und Mitarbeit in den entstandenen Familiengärten in den Aldeas ist dabei selbstverständlich.
  • Die Sprache Q’eqchi’ lernen. Die wenigsten Frauen in den Aldeas sprechen spanisch. Zudem ist die Sprache Q’eqchi’ ein wichtiger Bestandteil ihrer Kultur und die einzige Möglichkeit, die Kultur wirklich kennen zu lernen. Es ist mir bewusst, dass die Sprache sehr alt und komplex ist und ich nie alle Feinheiten werde erfassen können. Trotzdem ist dies ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit.
  • Etwas Wichtiges, das ich in jedem besuchten Dorf oder in jeder Familie weitervermitteln möchte ist die Aufbereitung von Trinkwasser mit der einfachen Methode von SODISODIS S. In 1-2 Liter Plastikflaschen wird das Wasser in 6 Stunden durch die Wärme und die Ultraviolettstrahlen wissenschaftlich geprüft zu Trinkwasser. (WWW.SODIS.CH) Ich bin in Cahabón die Vertreterin von SODIS und nach einer ersten Vorstellung von SODIS, durch Xiomara von SODIS Honduras, für VertreterInnen des Gesundheitszentrums, der Aerzte, der Lehrer, der NGO’s, der Gesundheitspromotoren und der Hebammen suche ich auf diesem Gebiet MitarbeiterInnen. Die Menschen hier sind sehr interessiert daran, durch diese Methode an sauberes Trinkwasser zu kommen.
  • Ein wichtiger Teil wird auch die Versuchsküche sein – gemeinsam mit Frauen neue Rezepte mit alten oder neuen Nahrungsmitteln ausprobieren.
  • Mit den Frauen neue Produkte für den Verkauf selber herstellen, zum Beispiel Tee, Konfitüre, Seife, getrocknete Früchte und Gemüse, Kuchen....
  • Ausprobieren und gemeinsam nach geeigneten Produkten suchen, für den Eigenverbrauch aber auch für den lokalen, nationalen und internationalen Verkauf.
  • Etwas Neues, das sich hier ergeben hat, ist der überregionale Austausch von Q’eqchi’ Frauen. Im ca. 170 km entfernten Purulhá leben Q’eqchi’ unter ganz anderen Bedingungen. Schwarze Erde, kühles Klima, viel Nebel und Regen. Frauengruppen aus 6 Dörfern haben mit Hilfe von PRODESSA (guat. NGO) eben mit grossem Erfolg angefangen, Familiengärten anzulegen. Leaderinnen dieser 6 Dörfer haben uns anfangs November 2003 hier in Cahabón besuchen. Wir haben mit ihnen 2 Aldeas besucht und am 2. Tag kamen 30 Vertreterinnen von Frauengruppen aus den hiesigen Aldeas in die Schule. Austausch und Besichtigung der Schule und meines Gartens standen auf dem Programm. Im Mai 2004 machten wir mit 30 Personen einen Gegenbesuch iin Purulha. Es ist ein grosses Erlebnis für die Frauen, die bis jetzt kaum aus ihrem Dorf herausgekommen sind.
  • Geplant sind weitere Besuche in anderen Gegenden mit den Frauen. Andere Lebensrealitäten und Sitten und Gebräuche kennenlernen, ist immer Ansporn, Neues auszuprobieren. Die wenigsten Frauen sind jemals aus Cahabón rausgekommen. Sie können sich kaum vorstellen, was es da noch gibt und wie gross die Welt ist. Neue Welten werden sich öffnen. Austausch und Vernetzung.


Vieles ist möglich, wenn das Vertrauen der Frauen und Männer in die neuen Möglichkeiten da ist. Viele Frauen und junge Menschen haben Lust darauf, Neues kennen zulernen und Neues auszuprobieren. Diese Möglichkeiten in einem partnerschaftlichen miteinander zu suchen und zu finden, das sehe ich als meine Hauptarbeit. Das Vertrauen wächst mit unseren monatlichen Besuchen und vor allem dann, wenn der Familiengarten funktioniert.

Ich werde allerdings an Grenzen stossen, das ist mir jeden Tag bewusst. Eine davon ist die Grösse von Cahabón mit seinen 160 Aldeas und die Grösse der Schule mit den 90 Schülern. Das hat aber auch einen Vorteil: ich werde grossenteils mit Frauen arbeiten, die von sich aus kommen und etwas lernen möchten. Andere Grenzen sind die Kultur, die Sprache, das Misstrauen und das Klima.

Der ganze Prozess ist auch auf längere Zeit angelegt. Vertrauen aufbauen braucht Zeit. Und Vertrauen braucht es, um mit den Frauen gemeinsam etwas aufzubauen. Ich bin überzeugt, dass mit einer soliden und guten Arbeit einerseits die ökonomischen Grundlagen verbessert werden und andererseits die Identität der Q’eqchi’ so gestärkt werden kann, dass sie in ihren Dörfern bleiben und dort ein für sie lebenswertes Leben aufbauen können.

Da mit den neuen Anbaumethoden der Schule und mit der Methode der Bearbeitung der Familiengärten die Felder nicht mehr abgebrannt, die Erde verbessert, mit Erosionsschutz-Massnahmen gearbeitet und gegen die Abholzung der Wälder gearbeitet wird, profitiert auch die Umwelt und das Klima in der ganzen Region von den begleiteten Prozessen.

Cahabon Gegend
In diesen Hügeln liegen viele Dörfer
die weissen Punkte sind Wellblech-Dächer

Infrastruktur und bauliche Massnahmen

  • MISEREOR Deutschland übernahm die Kosten für die Erweiterung des Gästehauses, Wohnraum und Büro für mich und gleichzeitig Kursraum für kleinere Frauengruppen mit Versuchsküche.
  • MISEREOR Deutschland übernimmt die Kosten für ein Auto, eine Promotorin, Büromaterialkosten und einen Teil meiner Lebenskosten hier in Guatemala.
  • PAZ Y TERCER MUNDO übernimmt die Kosten für eine weitere Promotorin und eine Koordinatorin, didaktisches Material, Samen
  • Die Pfarrei Spiez übernimmt die Kosten für eine Promotorin.
  • Die Pfarrei 6415 Arth übernimmt die Kosten für eine Promotorin für 4 Jahre
  • Die Dienststelle FIDEI DONUM der schweizerischen Bischofskonferenz übernimmt alle meine Sozialkosten, wie PK, AHV, Krankenkasse und Unfallkasse und den 1. Ausreiseflug.
  • Das Bistum Basel übernimmt die Kosten für meine Pensionskasse
  • Die röm. kath. Gesamtkirchgemeinde Bern übernimmt einen Teil meiner weiteren Kosten 2004/2005.
  • Die röm. kath. Gesamtkirchgemeinde Biel übernimmt einen Teil meiner weiteren Kosten 2004/2005
  • Helvetas Guatemala koordiniert Spenden für einen Fonds für Küchengeräte und Gartengeräten

Ich kann grossenteils die Infrastruktur der Landwirtschaftsschule benützen: Schulungs- und Kursräume, Telefon +502 7983 18 55), Kopierer stehen zur Verfügung. Ich selber besitze einen Laptop, Drucker, Scanner, Videokamera und Fotoapparat.
Zu meiner Person:

Mein Name: Helen Hagemann, geboren 14.2.1950 in Basel
  • Nach dem Gymnasium Ausbildung zur Werbefotografin und 2 Jahre Arbeit in der Photobranche
  • danach Ausbildung zur Komputerspezialistin - 12 Jahre tätig als selbständige Komputerspezialistin in Programmierung/Organisation
  • Theologiestudium in Luzern auf dem 3. Bildungsweg
  • Sieben Jahre Arbeit in der Kirche als Jugendarbeiterin und Theologin - allgemeine Seelsorge, Anteil an der teamorientierten Pfarreileitung, Frauenarbeit, Katechese, Elternarbeit, Familien- und Jugendgottesdienste.


Meine Stärken: Mich Einlassen auf die jeweilige Situation, vernetztes Denken, Menschen motivieren, allgemeine Vernetzungsarbeit, Organisieren, Menschen ermächtigen und Stärken, wenn immer nötig kompetente Hilfe suchen in Guatemala und in der Schweiz, kompetente Hilfe für zu lösende Probleme finden, grosses handwerkliches Wissen und Können, viel Phantasie.
Ich kenne viele Menschen und Institutionen in Guatemala, mit denen ich zusammenarbeiten kann.

Ich kenne Guatemala seit 1989 und war seit meinem ersten Besuch fast jedes Jahr 1 bis 2 Monate in diesem Land. Teilweise allein, aber ich habe auch Gruppenreisen organisiert. Cahabón und Christoph Gempp OP kenne ich seit 1998 Jahren und habe dort schon viele Wochen verbracht. Die gute Arbeit und Akzeptanz der Schule und die Menschen faszinieren mich sehr. In kurzer Zeit wurde auf Wunsch der Jugendlichen und mit den Jugendlichen und den Menschen, die dort leben eine sehr gute Schule aufgebaut, die weit in die Lebensbereiche der Menschen ausstrahlt und ihre Lebensbedingungen so verbessern hilft, dass sie eine Chance erhalten, in ihren Dörfern einen guten Lebensstandard zu erreichen und weiter dort wohnen können. Die Menschen in Cahabón sind noch sehr verwurzelt in ihrer Tradition und in ihrem Glauben. Und diese Tradition und ihren starken Glauben möchte ich helfen zu schützen.

Ich möchte in Cahabón vor allem mit den Frauen zusammen Zukunftsperspektiven suchen und entwickeln, damit sie in ihren wunderschön gelegenen Dörfern in Zukunft einen für sie stimmigen Lebensstandard leben können (und möchten).

Juni 2005

Projektbeschreibung von:
Helen Hagemann, Theologin
Hinderi Gasse 28
3770 ZWEISIMMEN
Schweiz
033 722 35 74
helen.hagemann@tiscalinet.ch
siehe auch unter Kontakt

Helen Hagemann
Parroquia Santa Maria del Rosario
16012 CAHABON
Guatemala
+502 7983 18 55

Spendenkonten – Obersimment. Volksbank,CH- 3770 Zweisimmen Kto: 16 2.010.739.00 6327 /mein PC-Konto: 49-8882-5

Helen Hagemann
info@guatesol.ch

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