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Grafisches Konzept und Bilder von Philippe Teller    -   Gestaltung von Jean-François LAZARRE

Druck und Dépot Légal  - Imprimeur II 04-12-500  der Biblioteca Nationale d’Haïti
Übersetzt aus dem Französischen - Helen Hagemann 
helen.hagemann@guatesol.ch

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Wenn du eine PowerPoint Presentation mit besserer Auflösung möchtest, schreibe mir bitte.
 

 


In Haiti nennen die Menschen ihr landwirtschaftlich genütztes Land ihren Garten, deshalb habe ich diesen Ausdruck beibehalten.
INHALTSVERZEICHNIS
DANK
EIN GRUSS DES ERZBISCHOFS VON CAP-HAITÍ - MONSEÑOR HUBERT CONSTANT 
PASTORAL DER ERDE
1. DER MENSCH IM ANGESICHT SEINER BESTIMMUNG
2. DIE BÄUERLICHE FAMILIE UND DER PLAN GOTTES
3. DER KLEINBÄUERLICHE GARTEN IM GEIST DES VERSPROCHENEN LANDES
4. DIE AKTUELLE SITUATION IN HAITI : EIN GESCHÄNDETER ORT
5. DIE NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT : EIN HARMONISCHES LEBEN ZWISCHEN MENSCH UND NATUR
6. DER MENSCH : BEWUSSTER UND KRITISCHER TEIL DER NATUR
7. DIE NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT : EIN SYMBOL DER GESCHWISTERLICHEN VERSÖHNUNG
8. DIE VERSÖHNUNG MIT GOTT : EINE ENTSCHEIDUNG FÜR EIN LEBEN IN FÜLLE


DANK

Unser besonderer Dank geht an alle Bäuerinnen und alle Bauern, deren Arbeit auf ihren Feldern und in ihren Gemeinden uns von der der Wichtigkeit der PASTORAL DER ERDE überzeugt haben. Unser Dank geht auch an die „Plattform für Ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Entwicklung“ (Plate-Forme d’Agroécologie et de Développement Durable), PADED , an unsere kolumbianischen KollegInnen von Podion, an Monika und Roberto Hesse-Rodriguez der Stiftung „Sembradores de esperanza“ (SäerInnen der Hoffnung), an die Sozial-Pastoral von San Salvador, an Bruder Louis Libériste, an Raymond Mondésir, an Kurt Habermeier und an das ganze Team von GADRU , an die spirituellen Töchter und Söhne von Vater Louis Charles, Haitianischer Prophet der nachhaltigen Landwirtschaft und an Monseigneur Raoul Corriveau, Bischof von Choluteca in Honduras für die Feld-Experimente und ihre Veröffentlichungen, und die Ideen, die unsere Überlegungen genährt und unsere Texte und Zeichnungen inspiriert haben, an Juan Mejía von Honduras, der dazu beigetragen hat, den ersten Entwurf zu gestalten, an die Pastoral-Equipe von Choluteca in Honduras und an das Sekretariat der Sozialarbeit der Caritas der Erzdiözese von San Salvador.           Philippe Teller


Ein Gruss an die « PASTORAL DER ERDE »

Mensch und Erde-Humus gehören zusammen, da der Mensch aus Erde erschaffen wurde. „Da bildete Gott das Menschenwesen aus Erde vom Acker.“ (Gen 2,7). Geboren aus der Erde, hat der Mensch die Aufgabe erhalten: „Bevölkert die Erde und macht sie euch untertan“ (Gen 1,26-28). Die Erde ist dazu berufen, Bäume wachsen zu lassen. Auch Früchte sollen diese tragen, Früchte die Samen produzieren. Auch das Gras unter unseren Füssen und die Vögel am Himmel tragen auf ihre Weise zur Erhaltung des Lebens bei. Die Früchte der Erde und die Bäume dienen als Nahrung für die Frau, für den Mann und für das Tier. Mit vollem Recht nennen wir deshalb die Erde, MUTTER-ERDE. Und es berechtigt uns, von der Fruchtbarkeit der Erde zu reden, denn was ist die Fruchtbarkeit anderes als die Fähigkeit, Leben zu geben.

Wer der Erde hilft Leben zu geben, vereint sich mit der Schöpfung, ist Co-Geber und Co-Geberin des Lebens. Auch die Arbeiter der Erde – vor allem die Bäuerin und der Bauer – die der Erde sehr nahe sind und ihren Geruch beim Umgraben einatmen, werden zu Co-SchöpferInnen erhoben, GeberInnen von Leben. Wenn man von der Erde spricht, gehört dazu auch das Wasser, das ich trinke, die Luft, die ich atme, die ganze Mitwelt, die ich schützen muss.

Bauer und Bäuerin, euch wurde anvertraut, die grossen und kleinen Tiere, Vögel, Flüsse, Wasserläufe, Sträucher, grosse Bäume, Kräuter und die Mutter-Erde zu unterwerfen (im Sinne von dafür verantwortlich zu sein), ihr seid König und Königin dieser schönen, strahlenden und wunderbaren Natur. Frau Natur, sei gesegnet! Ihr alle, die im Sinne der „PASTORAL DER ERDE“ Wege sucht, sich mit dir, Mutter Erde zu versöhnen, deine Söhne und deine Töchter, seid gesegnet.

MUTTER-ERDE, sei du heute und morgen und für immer unsere nährende Mutter, geliebt für deinen grossen Reichtum. Fordere von uns, dich zu respektieren, zu bebauen und dir zu helfen, dass du reiche Frucht trägst. Und Du, Gott, besuch uns, schick uns deinen Geist, „der das Angesicht der Erde erneuert“ (Ps 104.30). Wir bitten dich MUTTER-ERDE, lass unsere Ernten in Fülle und in guter Qualität ausfallen. Deine Töchter und Söhne werden mit Appetit essen. Sie werden wieder lernen zu teilen. Sie werden wieder aufrecht gehende Frauen und Männer sein, auferstanden, ihren Schöpfer und Vater lobend.

     +Monseñor Hubert Constant, omi - Erzbischof von Cap-Haïtien - gestorben am 23 September 2011




titel



PASTORAL

      DE DER ERDE

Die 8 Bilder zu den 8 Kapiteln












1. DER MENSCH IM ANGESICHT SEINER BESTIMMUNG

« Ich habe euch heute das Leben und den Tod vorgelegt, den Segen und den Fluch.
      Wähle das Leben,
             damit du lebst und auch deine Nachkommen leben können. »
 
(Deuteronomium 30,19)




picture 1Das Leben ist das Herz der Arbeit der PASTORAL DER ERDE. Das Leben in all seinen Formen: pflanzliches und tierisches Leben, ob Mikroben, Insekten, wilde Tiere oder Haustiere und vor allem das menschliche Leben. Das Leben zeigt sich in der unendlichen Vielfalt der Bäume, der Pflanzen, der Tiere und der Menschen. Deshalb überbordet das Bild 1 ein bisschen, indem es über den Kreis hinausgeht. Das Fest mit dem Festessen versinnbildlicht die Fülle, die Gastfreundschaft, das Teilen und die Freiheit - das gute Leben (Musik, Fest, Gerechtigkeit und Freiheit …).  
  • Der Baum ist sehr wichtig für die Prozesse des Lebens (die Zyklen des Wassers, des Kohlenstoffs und des Stickstoffs, für das Hervorbringen von Früchten, Holz, Tierfutter und für Schatten…) und trotzdem wird er so oft ignoriert und misshandelt. Deshalb hat uns das Motiv des Hungertuches, das der haitianische Kunstmaler Jacques Cherry 1982 für Misereor gemalt hat, dazu inspiriert, den Baum als Zentrum des Bildes für die Pastoral der Erde zu übernehmen.
  • Wenn die Bedingungen für die MUTTER-ERDE günstig sind, entwickelt sich das Leben Schritt für Schritt. Es ist der Kreis der Monate, der diese Beständigkeit symbolisiert.
Hungertuch














2. DIE BÄUERLICHE FAMILIE UND DER PLAN GOTTES

familia campesina          « Ich bin gekommen,
           damit alle das Leben haben
             und es in Fülle haben »
  (Johannes 10,10)
  • Die bäuerlichen Familien müssen die Haupt-Handelnden für das Recht auf Nahrung für sich und für die anderen sein.

  • Die Arbeit der PASTORAL DER ERDE betrifft die ganze bäuerliche Familie, ohne Unterschied von Alter und Geschlecht. Sie müssen sich von ihrer Arbeit ernähren und in Würde leben können.

  • Die Frauen ernähren die Welt! Überall halten die Frauen die Schlüssel für die häusliche Ernährungssicherheit in ihren Händen. Im Gegensatz zu den Männern, geben sie den grössten Teil ihres Verdienstes für die Bedürfnisse der Familie aus. Sie beteiligen sich am Anbau der Pflanzen und vor allem an deren Verarbeitung und Verkauf. Auf Bild 2 wird sichtbar, dass die Frau in der Arbeit der PASTORAL DER ERDE eine wichtige Rolle spielt.

  • Im kleinbäuerlichen Umfeld wird das Nicht-Akzeptierbare sichtbar! Bäuerinnen und Bauern, die Hunger leiden, obwohl sie dazu berufen sind, Nahrung zu produzieren.

  • Die Priorität aller Prioritäten der PASTORAL DER ERDE ist es, die Familien in Vielfalt und Qualität über das ganze Jahr gut zu ernähren.

  • Aktuell ist die städtische Entwicklung (Slums und Fabriken wie sie auf der Bild 2 zu sehen sind) unfähig, genügend Arbeitsplätze zu schaffen, um Menschen, die vom Land in die Stadt emigrieren und Menschen, die aus den Städten ausgeschlossen werden, ein Leben in Würde zu garantieren. Deshalb ist die ländliche Entwicklung so wichtig.




3. DER KLEINBÄUERLICHE GARTEN IM GEIST DES VERSPROCHENEN LANDES


« Das ist ein Land in dem Milch und Honig fliesst. »  (Exodus 3,8)


LA PARCELA DEL CAMPESINOIm Familiengarten entwickelt sich die Beziehung zwischen den Menschen und der Natur: der Sonne, des Wassers, der Mikro-Organismen, die die Erde ernähren, den Bäumen, den Pflanzen und den Tieren. Der Familiengarten ist eine Gemeinschaft von Lebewesen, die von Menschen als System, in dem alle aufeinander angewiesen sind, verwaltet wird. Der Garten ist normalerweise der Hauptschauplatz der PASTORAL DER ERDE, denn es ist dort, wo man in Wahrheit und Wirklichkeit die neuen Methoden konkret anwenden und ausprobieren kann.
  • Der Zugang zu eigenem Land und die Sicherheit (Eintrag in einem staatlichen Grundbuch oder Ähnlichem), dass niemand das Land wegnehmen kann, weder internationale Konzerne, Bergbaufirmen oder Grossgrundbesitzer, sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige Landwirtschaft. „Die Früchte der Erde müssen für all diejenigen sein, die die Erde bearbeiten und schützen.“ An Orten, an denen die Menschen ihres Landes sicher sind, kann man beobachten, dass sie weniger zögern, die Methoden der nachhaltigen Landwirtschaft anzuwenden. Landsicherheit stärkt die nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung. Es fällt auf, dass wir in den Gärten mit Landsicherheit, die besten Resultate beobachten können. Dort findet man gelungene Landschaften. Mit Menschen, die sicher sind, dass ihnen niemand das Land wegnehmen kann, sollte man die konkrete Arbeit für eine nachhaltige Landwirtschaft beginnen! Der dauerhafte Zugang zu produktiven Ressourcen ist integraler Bestandteil der PASTORAL DER ERDE. Es drängt sich von selbst als Thema der Reflexion mit den Familien auf, sobald man beginnt, über die nachhaltige Landwirtschaft und eine Verbesserung der Sicherheit des Grundstücks (vor allem durch das Pflanzen von Bäumen) zu reden.

  • Die Schutzmassnahmen für den Boden und die Steigerung seiner Fruchtbarkeit, verbessern die Ernten in kurzer Zeit, aber vor allem garantieren sie über lange Zeit die Fähigkeit des Familiengartens, zu produzieren.


Eine Diskussion, die mit den Familien geführt wird, um Prioritäten der kleinbäuerlichen Landwirtschaft festzulegen, führt zu folgendem Resultat:


1. ERNÄHREN DER FAMILIE

Dank der Diversifizierung in der der Produktion, wird der Familiengarten zum Supermarkt für die Familie. Die Familie wird dort alles im Überfluss finden, was sie zur Ernährung braucht. Diversität und Fülle über das ganze Jahr. Auf Bild 3 steht ein Korb mit den Monaten des Jahres (JFMAMJJASOND).


2. ERNÄHREN DER TIERE

Die Produktion von Tierfutter verbessert die Nahrungssituation der Tiere, vor allem in der Trockenperiode. Bild 3 zeigt den Anbau von Futterpflanzen auf dem Hang, in Form von nivellierten Kurven.


3. ERNÄHREN DER ERDE
Die Sicherheit des eigenen Landes erlaubt es den Familien, in die Verbesserung der Fruchtbarkeit des Bodens so zu investieren, sodass er über lange Zeit die Familie und die Tiere ernähren kann. Bild 3 zeigt einen Misthaufen mit Würmern, die Richtung Erde gehen.


4. ERNÄHREN DES MARKTES
Eine gute tierische und pflanzliche Produktion, die nebst der Ernährung der Familie einen Überschuss ermöglicht, verbessert auch das finanzielle Einkommen der Familien. Wir stellen fest, dass die dominante Marktwirtschaft oft den Plan für die Verbesserung der Situation der kleinbäuerlichen Familien und vor allem der Frauen (die sich normalerweise verantwortlich fühlen für die tägliche Ernährung der Familie) nicht zurückweist, ihn aber auf die 4. Stelle der Rangliste setzt! Bild 3 stellt diese Tatsache bildlich dar, indem die Strasse zum Markt zuerst durch das Haus der kleinbäuerlichen Familie führt.



4. DIE AKTUELLE SITUATION IN HAITI : EIN GESCHÄNDETER ORT

« Oh Gott schicke uns deinen Geist, damit er das Angesicht der Erde erneuere!»   
       (Psalm 104,30)



Die Beziehung des Menschen zum Boden ist oft gekennzeichnet durch den Willen, das Maximum an Profit in kurzmöglichster Zeit herauszuholen. Es handelt sich allgemein um eine Annäherung an die Landwirtschaft in Bergbau Mentalität. Wie der Mineur, der die Mineralien abbaut und dann einfach weggeht. Wie es auf Bild 4 die Holzfäller und Köhler tun, die oft hinter sich eine Wüste zurücklassen. situacion
  • Die migratorische Landwirtschaft beutet vor ihrem Weggehen die Fruchtbarkeit des Bodens aus. Diese Praxis ist nur dort anwendbar, wo es Land in Überfluss und wenig Menschen gibt. Dort hat der Boden genügend Zeit, sich zu regenerieren, bis er erneut anbaut wird. An Orten mit vielen Menschen, wenig für die Landwirtschaft geeignetem Boden und ohne Landreserven, muss eine andere Beziehung zwischen der Bäuerin und Bauern und dem Boden aufgebaut werden. Wir müssen lernen, den Boden zu ernähren, damit er uns und unsere Tiere über lange Zeit ernähren kann und darüber hinaus Produkte für den Markt produziert.
  • Die Beziehung der Bauern zur Erde und der Natur scheint immer noch von viel Gewalt und einer kurzsichtigen Annäherung bestimmt zu sein. Es geht vor allem um verbrennen, abreissen, bekämpfen, vernichten, vergiften von Kräutern und Insekten, ausreissen, den Boden bis zur Nacktheit säubern, die landwirtschaftlichen Grenzen erweitern, um dominieren und die Ressourcen zu übernutzen…. Die Beziehung zur Natur scheint im Wesentlichen ein Kampf gegen die Natur zu ein.
  • Die Konsequenzen dieser kurzsichtigen Annäherung an die Landschaften werden sichtbar durch: Abholzung, ohne sich um eine Aufforstung und den Erhalt des Kapitals Wald zu kümmern. Den irrationalen Einsatz von Feuer. Die Anwendung schneller Methoden, die den Boden nackt und den klimatischen Kräften ausgesetzt zurücklassen und dadurch die Erosion fördern. Wasserrinnen entstehen, die Fruchtbarkeit des Bodens verringert sich und verführt zur Anwendung von nicht zu verantwortenden und gefährlichen Produkten, deren Einsatz an anderen Orten und Ländern oft nur unter starker Kontrolle erlaubt oder ganz verboten sind.
  • Die massive Erosion fördert den ländlichen Exodus. Wenn die Erde geht, gehen auch die Menschen! (Zu sehen auf Bild 4 zwischen den 2 roten Pfeilen.)
  • Es ist der sterbende Christus, der diese Art von Misshandlung des Lebens symbolisiert.




5. DIE NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT : EIN HARMONISCHES LEBEN ZWISCHEN MENSCH UND NATUR

« Gott brachte das Menschenwesen in den Garten Eden,
                damit er ihn bebaue und behüte. »
(Genesis 2,15)


agricultura          Die ländliche Gegend ist der Spiegel der sich im Laufe der Zeit entwickelten Beziehung zwischen dem Menschenwesen und seiner Umgebung: die Beziehung zum Boden, zum Wasser, zu den Bodenmikroben, den verkannten aber wichtigen Akteure des Zyklus „Leben-Tod-neues Leben“, zu den Bäumen und Pflanzen, zu den Tieren und den menschlichen Wesen. (Vergleichen wirpicture 5 die Bilder 4 und 5.)


          In einer versöhnten Landschaft, ermutigt der rechtliche Status des Baumes zum Pflanzen von Bäumen, weil:

  • Der Baum und seine Früchte demjenigen gehören, der ihn pflanzt und schützt.
  • Niemand Angst davor hat, Bäume zu pflanzen.
  • Bäume auch gefällt werden können, weil wild wachsende Bäume respektiert werden.
  • Das Leben wachsender Bäume respektiert und geschützt wird.
  • Mehr Bäume gepflanzt als gefällt werden.



  • Das Regenwasser ist unter Kontrolle. Die 4 roten Pfeile auf Bild 5 repräsentieren die Art, wie die Wege des Regenwassers auf unserem Land kontrolliert werden können.
    1. Der Regen trifft nur mehr sehr selten auf nackte Erde.
    2. Schutzstrukturen aus lebenden Pflanzen schützen den Boden vor Sturzbächen und Erosion.
    3. Grosse Mengen an organischem Material, Gründüngung, Kompost, Mist und die Kontrolle von Feuer, verbessern die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu absorbieren und aufzunehmen.
    4. Eine gute Bedeckung des Bodens mit Pflanzen oder Gründünung und Baumhecken, die den Wind abhalten, schaffen ein günstiges Mikro-Klima für das Leben des Bodens. (Das Leben des Bodens repräsentieren auf Bild 5 die Regenwürmer.) 
    5. Die Bedeckung des Bodens und die windabhaltenden Baumhecken kontrollieren den Verlust von Wasser durch Verdunstung.
  • Die Landwirtschaft wird nachhaltig durch vier gut bekannte klassische Methoden, die von Pionier-Familien praktiziert werden:
    1. Lebende Zäune
    2. Schutzstrukturen aus Pflanzen
    3. Fruchtbäume, Bäume für Bauholz, Bäume für Tierfutter, Bäume für Brennholz und Bäume für Schatten picture 4
    4. Bodenbedeckende Pflanzen und Gründünung
  • Diese 4 Methoden sind für 4 Resultate verantwortlich:
    1. Schutz des Bodens
    2. Verbessern seiner Fruchtbarkeit
    3. Grössere Vielfalt der Produkte
    4. Steigern des Ernteertrages.

In den post-kolonialen Gesellschaften wurden sowohl der Boden, als auch die Arbeit mit dem Boden verachtet. Mit Ausnahme der reichen Siedler, konnte niemand in Würde von dieser Arbeit leben, geschweige denn seine Situation durch diese Arbeit verbessern. Die nachhaltige Landwirtschaft entwickelt eine Art des Lebens und der Produktion, die eine beträchtliche Verbesserung der materiellen Situation der bäuerlichen Familien und deren Selbstwertgefühl erlaubt.

  • In Ländern, die kolonisiert wurden, baut die konventionelle Landwirtschaft vorrangig Produkte für den Export an. Familien mit nachhaltiger Landwirtschaft haben andere Prioritäten. (Siehe Kapitel 3)
  • In einer Gesellschaft, in der die zwischenmenschlichen Beziehungen oft schwierig sind, und Bauernfamilien oft Hunger leiden (was nicht akzeptierbar ist), scheint es vielleicht unpassend, den Tieren eine spezielle Aufmerksamkeit zu widmen. Doch von ihrem Wohlsein und ihrer Gesundheit hängt ihre Leistungsfähigkeit ab, und das ist sowohl für die Familie als auch für den Markt von Vorteil.
  • In der nachhaltigen Landwirtschaft geht es nicht mehr darum, die Natur zu bekämpfen und noch weniger, sie zu besiegen. Es geht darum, sie immer besser zu verstehen und zu lernen, mit ihr zusammenzuarbeiten.



6. DER MENSCH : BEWUSSTER UND KRITISCHER TEIL DER NATUR

« Sie werden lebendig und stehen aufrecht. » (Ezechiel 37,10) CRITICA

  • Die Bäuerinnen und Bauern sind oft ein armseliges Abbild ihrer Selbst, weil das Milieu, in dem sie leben, ihnen wenig Möglichkeiten für Fortschritt anbietet. Das löst Gefühle aus, die sich vor allem bemerkbar machen, wenn sie Menschen gegenüber stehen, die aus der Stadt kommen oder Menschen, die eine bessere und formellere Erziehung als sie selbst genossen haben. Eine gut gemachte Arbeit der PASTORAL DER ERDE scheint diese Situation positiv zu beeinflussen.
  • Die bewusst wahrgenommene Erfahrung, dazu fähig zu sein, neue Sachen zu lernen, hilft den Mitgliedern der Bauernfamilien ihre Selbstachtung zu verbessern. Das kann man vor allem beobachten, wenn das neue Wissen zu einer beachtlichen Verbesserung der Ernte geführt hat. Bild 6: Eine Frau erzählt von ihren Erfahrungen mit dem Schutz des Bodens mit Hilfe einer Tafel.
  • Für eine bessere Selbstachtung ist es wichtig, dass die Anstrengungen für eine Verbesserung der Ernte mit eigenen Ressourcen der Familie und ihrer Umgebung umgesetzt werden. Mit Ressourcen, die zur Verfügung stehen oder auf einfache Weise, dank der Familie und/oder mit Hilfe von anderen Familien, an Ort produziert werden können. So wird der Sieg über den Hunger und die Armut zum eigenen Sieg und nicht zum Sieg der Institutionen, die von aussen kommen. Auf Bild 6 sieht man im Vordergrund, wie mit dem Niveau A gearbeitet wird. Hinter dem Niveau A sind Felder zu sehen, die eine gute Ernte versprechen. Niveau A dient zum Anlegen von höhennivellierten Kurven für den Anbau am Hang.

Die Wahl, essentielle Entwicklung auf lokalen Ressourcen aufzubauen, bedeutet einerseits Unabhängigkeiten von ausländischen Ressourcen, andererseits aber auch, dass alle Nachbarfamilien, die es wünschen, die gelungenen Experimente nachahmen können. Diese Entscheidung hilft den Menschen, sich selber zu helfen. Die Menschen selber sollen ihre Gemeinde weiter entwickeln. Die Arbeit der Institutionen soll eine Stütze in diesem Sinne sein.

  • Die Möglichkeit der Kontrolle über die Natur- und andere Ereignisse, wie Verlust der Fruchtbarkeit des Bodens, Erosion, Trockenheit, Feuer, frei herumlaufende Tiere und Überweidung…, die sie in der Vergangenheit passiv erlitten hatten, erlaubt es den Menschen, den Erfolg hautnah zu erleben. Die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen und den verwirklichten Fortschritt auf ihrem Land zu kommentieren. Menschen zu besuchen und zu empfangen, welche die Resultate der neuen Techniken sehen möchten, seien es Nachbarn oder Menschen aus anderen Regionen. All dies stärkt die Selbstachtung der Menschen.
  • Die Teilnahme an Kursen, Weiterbildungen, Studientagen, Besichtigungen, Seminaren usw., sich mit Neugier und Vorsicht dem neuen Wissen und der konkreten Umsetzung im Familiengarten zu stellen, sind konkrete Hilfen bei der Aneignung des neuen Wissens.
  • All dies hilft den Menschen, sich mit ihrem Selbstbildnis, mit ihrer Lernfähigkeit und mit ihrem Beruf (manchmal eine wahre Berufung) als Bäuerin und Bauer zu versöhnen. Es öffnen sich neue Perspektiven für junge Paare, weil sie sich von nun an ein ziemlich exaktes Bild einer besseren Zukunft machen können. (Bild 6)
  • Die wiedererlangte Selbstachtung weckt die Phantasie, die Kreativität, das Selbstvertrauen und die Fähigkeit sich vorstellen zu können, dass der Garten, das Feld, der Weiler oder die Gemeinde sich anders entwickeln könnten, als es bisher geschah. In dem Fall kann man von erwachten Hoffnungen reden.


7. DIE NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT : EIN SYMBOL DER GESCHWISTERLICHEN VERSÖHNUNG

        «... geh
           und vertrage dich zuerst mit deinem Bruder und Deiner Schwester…
»
(Matthäus 5,24)
  • Die nachhaltige Landwirtschaft ist eine Form von sehr intensiver Produktion. Sie stützt AGRICULTURAsich systematisch auf lokale Ressourcen: Boden, Wasser, Licht und spontane Vegetation. Sie schenkt dem Wissen und der Arbeit mehr Aufmerksamkeit als dem Kapital. Sie offeriert eine Alternative zu den extensiven Methoden, die viel mehr Wasser und gekauftes Material benötigen.
  • Ziel der Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft ist es, den Druck auf das landwirtschaftlich nutzbare Land zu verringern und den Kampf um Land zu beruhigen. Dank ihr ist es möglich, die Produktion zu verdoppeln oder sogar zu verdreifachen, ohne die angebaute Fläche auszuweiten oder mit den Nachbarn in Konflikt zu geraten, die dasselbe tun wollen.
  • Die sichtbare Tatsache der Verbesserung der Produktion, bringt den Familien eine grössere Ernährungs-Sicherheit sowie mehr finanzielle Sicherheit. Das trägt auch dazu bei, die sozialen Spannungen zu mindern.
  • Manchmal existieren im ländlichen Milieu zwischenmenschliche Spannungen, Verdächtigungen und Eifersucht. Die Teilnahme in einer offenen, bäuerlichen und geschwisterlichen Bewegung, in der keiner Lehrer und keine Schülerin ist, aber jeder und jede sich als Lehrerin und Schüler fühlt, hilft die Spannungen zu beruhigen, da jeder weiss – ich weiss Sachen, die andere nicht wissen – und andere wissen Dinge, die ich nicht weiss – und so hört man einander zu und lernt voneinander.
  • Das Zuhören und der gegenseitige Respekt verbessern die Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Bewegung und auch zwischen ihnen und den Technikern.
  • Im Falle von Meinungsverschiedenheiten oder Auseinandersetzungen in technischen Dingen, realisiert man einen vorsichtigen Versuch auf einer reduzierten Ebene. Es ist der Boden selber, der eine gute Antwort gibt.
  • Eine gut geführte ländliche Entwicklung bringt den bäuerlichen Familien Wissen und Know-how, aber keine Geschenke und Prämien. Sie trägt so zu einer Verringerung von Kuhhandel, Wettbewerb und Eifersüchteleien wegen materiellen Hilfen bei, die sich in der meisten konventionellen Projekten beobachten lassen.
  • An Besichtigungen teilzunehmen, bei denen gemeinsam gearbeitet wird, (Bild 7 eine Gruppe an der Arbeit), die Arbeit anderer Familien kennen zu lernen, Samen und Stecklinge zu vermehren und auszutauschen, sich mit anderen zusammen zu tun, das sind Tätigkeiten, die das eigene Sichtfeld erweitern, die Isolation der Menschen durchbrechen und Allianzen und neue Solidaritäten entwickeln.
  • Die Tatsache, dass eine grosse Anzahl Familien mit den neuen Methoden arbeitet, bereitet den Boden vor und erleichtert das Entstehen von kleinen lokalen Organisationen. Diese müssten lernen, die lokalen Probleme zu lösen, die über Familiengärten hinausgehen. Zum Beispiel die Kontrolle der Buschbrände, der frei herumlaufenden Tiere, der Abholzung und der Erosion, wenn sie mehrere Familien betreffen, die auf demselben Hügel leben. So entstehen lokale Komitees für den Schutz der Mitwelt. Auf Bild 7 sieht man die Versammlung eines dieser Komitees.
  • Die Stärkung der organisatorischen Fähigkeiten der Menschen entwickelt diese Fähigkeit mit der Zeit soweit, dass auch andere Probleme angegangen werden können, zum Beispiel das Erlangen von Trinkwasser oder einer Schule usw. Diese organisatorische Stärke führt auch automatisch zur Bildung eines Netzes. Dieses Beziehungsnetz von Projekt zu Projekt ist symbolisch auf Bild 7 durch die roten Linien dargestellt.


8. DIE VERSÖHNUNG MIT GOTT : EINE ENTSCHEIDUNG FÜR EIN LEBEN IN FÜLLE

« Ich werde das Schicksal meines Volkes wenden…,
      sie werden ihre Gärten anpflanzen
           und deren Früchte essen.
              Ich werde sie in ihren Erdboden pflanzen
                   und sie sollen nicht mehr aus ihrem Erdboden ausgerissen werden,
                          den ich ihnen gegeben habe…»
(Amos 9,14)
  • Die spezifische Aufgabe eines Bauern ist es, Pflanzen und Tiere hervorzubringen, die für uns Menschen notwendig sind, die aber gleichzeitig auch die Hilfe von uns Menschen benötigen, um sich fortpflanzen und gedeihen zu können. (Es gibt keine Mais- oder Erbsenfelder, die in der Natur spontan wachsen.)picture 8
  • Man kann sagen, dass die Bäuerin und der Bauer als Nahrungsproduzentin, als Verwalter des ländlichen Gebietes, als Bewahrerin des Wissens und der Erfahrung mit dem Leben der Pflanzen und der Tiere, die wichtige Rolle von Mitschöpfern und Mitschöpferinnen übernehmen.
  • Obwohl die Weltbevölkerung weiter wächst, stehen nur begrenzt für die Landwirtschaft geeignete Landflächen zur Verfügung. Ihre Entwicklung und die Bewahrung ihrer Fruchtbarkeit für uns alle und die zukünftigen Generationen ist eine Mission, die weit über technische und ökonomische Überlegungen hinausgeht.
  • Die notwendige Versöhnung der Menschen mit der Natur, dem Boden, den Bäumen, den Pflanzen, den Tieren und den anderen Lebewesen ist eine Vorstellung, die viel mit dem Ort des Menschen im Universum zu tun hat. Dabei handelt es sich um ein bedeutendes religiöses Thema, das eine Vertiefung im Sinne einer „Theologie der Schöpfung“ oder einer „Eco-Theologie“ verdient. Die PASTORAL DER ERDE ist der Ort, wo wir an einer Vertiefung in diesem Sinne ernsthaft arbeiten, gemeinsam mit den Bauernfamilien, den KatechetInnen und den religiösen Führern, die gelungene Landschaften beobachten können. Letztere bezeugen, dass eine reelle Verwandlung stattgefunden hat, die es erlaubt, neue Beziehungen zwischen den Menschen und dem Rest der Schöpfung zu weben.
  • Auf Bild 8 haben wir eine Idee übernommen, die von der SOZIAL-PASTORAL von Honduras veröffentlich und von den kolumbianischen und bolivianischen KollegInnen übernommen wurde. Wir sehen den auferstandenen Jesus in einer gelungenen Landschaft, Zeuge einer möglichen Versöhnung zwischen den bäuerlichen Familien und dem Boden, dem Wasser, den Bäumen, den anderen Pflanzen, den Tieren, den anderen Lebewesen und dem Schöpfer. (Vergleichen wir Bild 4 mit Bild 8)
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Helen



Helen Hagemann
info@guatesol.ch

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