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Nociones del derecho maya


(Direkte Übersetzung)
DAS MAYARECHT GRUNDKENTNISSE

Kapitel 1: EINFÜHRUNG

Während den letzten zwei Jahrzehnten haben wir Guatemalteken und Guatemaltekinnen verschiedene soziale und politische Ereignisse erlebt. Dazu sind der interne bewaffnete Konflikt und der darauf folgende Friedensvertrag zu zählen. Wie zu erwarten, haben diese beiden Ereignisse dazu geführt, dass uns die Probleme, die uns als Gesellschaft seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten quälen, bewusst wurden und dass wir eine öffentliche Diskussion darüber führen konnten.

Eines dieser Probleme ist zweifellos die Notwendigkeit, Grundlagen für einen echten Rechtsstaat zu schaffen. Schon viele Anstrengungen wurden unternommen, um ein wirksames Rechtssystem zu entwickeln. Verschiedene nationale und internationale Personen, Institutionen und Organisationen haben sich an der Suche nach dauerhaften Lösungen beteiligt. Heute bestreitet niemand mehr, dass auf diesem Gebiet ziemliche Fortschritte gemacht wurden.

Trotzdem ist nur mit Mühe ein Staatsmodell auszumachen, das die Interessen und Bedürfnisse von allen GuatemaltekInnen befriedigen könnte. Uns ist bewusst, dass wir das bestehende Staatsmodell an die heutigen Verhältnisse anpassen und weiterentwickeln müssen, denn nicht nur auf dem Gebiet der Rechtspraxis, sondern auch im täglichen Leben bestehen noch viele Mängel. Dabei müssen in der Praxis der Rechtssprechung Reformen eingeführt werden, und zwar unter aktiver Beteilung aller, die die verschiedenen Interessen vertreten. Das betrifft die Maya, die Xinca und die Garifuna, die Frauen, Jugendlichen, Behinderten und andere. Ihre Beteiligung wird es erlauben, eine zuverlässige, harmonische und repräsentative rechtliche Grundlage zu entwickeln, auf Grund derer eine gerechtere und ausgewogenere Gesellschaft entstehen wird. Ebenso wichtig ist der politische Wille und die Toleranz aller Beteiligten, die Existenz dieser Verschiedenartigkeit von Gruppen und Interessen anzuerkennen und zu akzeptieren.

Zu diesem Zweck wurde die „Tzujnel, Tob’nel, K’astajnel – Defensoría Maya“ am 18. Oktober 1993 gegründet. Sie begann damit, Beratung, Begleitung und Unterstützung für verschiedene Probleme, zum Beispiel in Prozessen vor staatlichen Gerichten, anzubieten, indem sie Kenntnisse und Praktiken, die die Mayabevölkerung für die Lösung ihrer Probleme anwendet, einbrachten. Diese Institution ist heute im Land prominent vertreten und hat umfassende Erfahrung im Bereich der offiziellen Rechtssprechung und der Maya-Rechtssprechung.

Nach mehrjähriger Forschung und Erfahrung in der praktischen Anwendung des Maya-Rechts in den Gemeinschaften hat die Defensoría Maya am 14. Juli 1999 zwei Bücher der Öffentlichkeit übergeben. Die Titel lauten:

  • "SUK’B’ANIK experiencias de Defensoría Maya en la aplicación de la Justicia Maya" – Erfahrungen der Defensoría Maya in der Anwendung des Maya-Rechts.
und
  • "RI QETAMB’AL CHE RI SUK’B’ANIK Experiencias de Aplicación de Justicia Indígena" – Erfahrungen in der Anwendung von indigenem Recht.

In diesen zwei Büchern werden Erfahrungen, wie das Maya-Recht in den Gemeinschaften angewendet wird, aufgezeigt. Dazu wird eine vergleichende Studie über die Rechtspraxis der indigenen Völker von Mexiko, Panama und Guatemala vorgelegt, welche Übereinstimmungen und Abweichungen aufzeigt.

Ohne Zweifel ist auf der Suche nach einer Lösung der nationalen Probleme in der Rechtssprechung, die beide Systeme berücksichtigt, Eile geboten. Auf Grund ihrer speziellen Kenntnisse und Erfahrungen will die Defensoría Maya in einer Sensibilisierungsphase die guatemaltekische Gesellschaft und die Vertreter des Rechtsapparates über die Grundkenntnisse des Maya-Rechts informieren und aufklären. Das Ziel ist, dass die Gesamtheit der Normen, welche die Beziehungen in den Gemeinschaften der Maya geregelt haben und immer noch regeln, verstanden wird.

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Helen Hagemann
info@guatesol.ch


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