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Nociones del derecho maya


(Direkte Übersetzung)
DAS MAYARECHT GRUNDKENTNISSE

Kapitel 3: WAS IST DAS MAYA-RECHT?

Das Maya-Recht kann nicht definiert werden, ohne die Maya-Rechtsprechung zu berücksichtigen. Durch bekannte historische Gründe geschieht momentan seine Weitervermittlung und Anwendung nur durch mündliche Überlieferung und in der alltäglichen Praxis. Doch trotz der Schwierigkeiten und vergangenen Schicksalsschläge konnte dieses jahrtausendealte Recht von Generation zu Generation weitergegeben werden.

„Unter dem schwachen Einfluss der kaum mehr existierenden Zivilisation der Maya und rund um die Zivilisationen der Azteken, der Chibcha (alter Indianerstamm bei Bogotá Anm. der Red.) und der Inka, befand sich die Zivilisation der Quiché. Als die Konquistadoren eintrafen, besetzten sie fast das ganze Land im Isthmus und waren die am weitesten fortgeschrittene Zivilisation. Die Kultur der Quiché zeichnet sich vor allem durch die grosse Menge an Büchern aus, die sie besassen. Die Mehrheit der Bücher von Ureinwohnern, die bis in unsere Zeit gerettet werden konnten, kommen aus dieser Kultur.4

Das Maya-Recht ist ein System mit eigenen Strukturen, welche über die Jahrhunderte durch die Gemeinschaften entwickelt worden sind. Das System funktioniert auf Basis eines Zusammenspiels von Werten, Prinzipien, Normen und Lösungsmechanismen, sowie der Wahl der geeigneten Autoritäten für dessen Anwendung.

Man kann das Maya-Recht definieren als ein Gefüge von philosophischen, theoretischen und praktischen Elementen, beruhend auf der kosmischen Weltanschauung der Maya, die Einheit, Gleichgewicht und Harmonie in den menschlichen Beziehungen und in den Beziehungen der Menschen mit der Mutter Natur ermöglicht. Das Maya-Recht ist das Ergebnis von Gedanken, Philosophie und Spiritualität des Maya-Volkes.

Die kosmische Weltanschauung der Maya umfasst, wie in anderen Kulturen, die Elemente, die der Vorstellung über das Leben, über das Universum und über den Menschen Form geben. Auf dieser Grundlage ist ein System von Werten, Normen und Grundsätzen entstanden, welches das Verhalten der Menschen in der Gemeinschaft und in den zwischenmenschlichen Beziehungen regelt.

Bildlich können die drei fundamentalen Elemente der kosmischen Weltanschauung der Maya folgendermassen dargestellt werden:

Schöpfer Ajaw
Kosmos
Grafik Dreieck
Mann und Frau Mutter Natur


Die kosmische Weltanschauung der Maya basiert auf dem Austausch zwischen dem Menschen, der Natur und dem Kosmos. Dieser Austausch wird bestimmt durch drei verschiedene Kalender, die bekannt sind als: Der Tzolkín, der das Leben des Menschen regelt, der Mondkalender, der für die Bewegung der Mutter Erde eingesetzt wird, und der Sonnenkalender, der die Zeit der Bewegung und der Beziehung des Kosmos misst.

Die drei Kalender sind direkt abhängig voneinander und bilden die theoretische Basis aller Realität der Maya. In dieser Vorstellung ist der Mensch abhängig von der Natur und dem Kosmos. Ein unabdingbares Element dieses Austausches ist für die Maya der RESPEKT, der Harmonie und Entwicklung erst ermöglicht und in alle Handlungen und Beziehungen im Leben der Maya einfliesst.

Alle Elemente der Natur, insbesondere die Sonne und der Mond, werden geachtet, weil sie Lebensquelle sind und je eine besondere Funktion erfüllen. Wenn der Respekt missachtet wird, wird die Harmonie, die Einheit und das Gleichgewicht zerstört.

Im Maya-Kalender hat jeder einzelne Tag einen Namen, eine eigene Nummer und besondere Wesensmerkmale und Einflüsse. So werden, um die Fähigkeiten einer Person herauszufinden, die Kriterien des Tages seiner Zeugung und seiner Geburt sowie der betreffende Monat und das betreffende Jahr dieser beiden Termine zu Hilfe genommen. (Nahual wird das Zusammenspiel von Werten, Elementen und Energien dieser Tage genannt, das jeder Maya seit seiner Geburt bei sich trägt. Bei den Maya zeigt das NAHUAL die Qualitäten, Schwächen, Stärken und Mängel auf, die eine Person haben kann.) Damit bestimmen vier Zeitpunkte, die miteinander in Beziehung stehen, den Charakter und die Fähigkeiten von Personen. (Für die Maya ist es unerlässlich, den Menschen oder die Menschen, mit denen man zusammenlebt zu kennen, weil dadurch die Harmonie und eine ausgeglichene Beziehung erhalten bleibt.) Auf dieser Basis werden die Führer, die Ältesten und die Träger anderer Funktionen in der Gemeinschaft bestimmt. Dabei ist hervorzuheben, dass diese Art, Verantwortliche zu bestimmen, seit Urzeiten angewendet wird und auch in unseren Tagen noch so praktiziert wird.

Dreihundert oder vierhundert Jahre nach Christi Geburt kannten die Maya schon die Bewegung der Sonne, des Mondes und der verschiedenen Sterne, die am Himmel ihre Bahnen ziehen. Diese Kenntnisse dienten dazu, den Zeitpunkt von Aussaat und Ernte zu bestimmen. Mit Recht sagt man, dass dieser Kalender schon zur Zeit der Entdeckung Amerikas genauer war, als damals der gregorianische oder europäische Kalender5.

In dieser Hinsicht ist das Zitat aus dem Buch von Jorge E. Guier interessant, der sich auf den Moment der Ankunft der Spanier bezieht: „Diese Indios hatten einen anderen, dem sie gehorchten, der ein Priester war, der in ihrer Sprache Ahkin genannt wird6...... und es waren viele, und diese Ahkines hatten Bücher aus Bildern (Hieroglyphen) , durch die sie geleitet wurden, und darin waren die Zeiten, in denen gesät und geerntet werden soll, aufgezeichnet, oder wann sie nach Hause oder in den Krieg gehen sollen. Und einige Priester verständigten sich mit den anderen, und sie schrieben sich durch Zeichnungen, und sie wussten, was viele Jahre zuvor geschehen war.„ (Zitat aus einem alten spanischen Text)7.

4Jorge E. Guier, Ob. Zitat aus Seite 440.
5 Jorge E. Guier. siehe Seite 440
6 Ajq’ij in der Maya-Sprache Quiché
7 Jorge E. Guier, Seite 441

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Helen Hagemann
info@guatesol.ch


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