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Nociones del derecho maya


(Direkte Übersetzung)
DAS MAYARECHT GRUNDKENTNISSE

Kapitel 4: ELEMENTE UND GRUNDSÄTZE DES MAYA-RECHTS

Flexibilität:

Dies ist ein wichtiges Element. Es braucht Flexibilität, um die Grundsätze für die Problemlösung anwenden zu können. Dabei wird die Flexibilität als Methode für die Anwendung von bestimmten Schritten gesehen, die nötig sind, um ein Problem zu lösen. Die Suche nach einer gerechten Lösung, die versöhnt und wieder gutmacht, ist das wichtigste Anliegen in der Maya-Rechtsprechung. Auch von den Autoritäten wird Flexibilität verlangt, wenn sie einander bei schwierigen Problemen konsultieren.

Dynamismus:

Mit diesem Element ist gemeint, dass bei der Lösung eines Problems viele Personen involviert sind, Älteste, Familienangehörige und andere Mitglieder der Bevölkerung. Auch die Hauptbeteiligten des Konflikts werden angehört.

Kreislauf:

Das Maya-Recht ist auch ein präventives Recht, Seine Grundsätze werden in allen Abschnitten des menschlichen Lebens angewandt, ob es Konflikte gibt oder nicht.

Jedes einzelne Element zeigt sich in den Äusserungen und im Benehmen der Maya. Dieses Volk anerkennt, dass das Leben sich generell an Grundsätzen ausrichtet. Diese Grundsätze sind:

a Dualität:

Im Denken der Maya bedeutet Dualität nicht Gegensätzlichkeit, sondern, dass Gegensätze sich ergänzen: Leben und Tod, Tag und Nacht, das Böse und das Gute u.s.w. Diese Gegensätze bilden eine Einheit zugunsten des Lebens, des Gleichgewichts, der Harmonie, der Mässigung und der Hoffnung. In anderen Worten, erst durch die Verbindung der gegensätzlichen Pole wird Leben möglich.

b Prozesshaftigkeit

Das Leben ist ein Weg, den man durchlaufen muss, um zu lernen. Es ist das Leben, das uns beibringt, uns zu entscheiden und neue Dinge anzufangen. Nichts ist fertig, nichts ist perfekt. Aus allem ergeben sich neue Vorschläge und Perspektiven. Dieser prozessorientierte Grundsatz motiviert zu einer flexiblen Haltung, wenn Änderungen und Anpassungen im Leben anstehen.

c Gegenseitige Ergänzung

Dieser Grundsatz hängt mit der Dualität zusammen. Gemeint ist damit vor allem die Einheit von Mann und Frau. Beide haben eine gemeinsame Verantwortung. Im Moment der Zeugung (als Paar) schliessen sie den Lebensabschnitt der Jugend ab. Das Paar ist ein Abbild von Sonne und Mond.

d Respekt

Dieser Grundsatz sagt, dass jede einzelne Person ihren Platz als ein Teil des Ganzen einnehmen muss. Dem anderen schaden heisst sich selbst schaden. Der Respekt entsteht durch Verinnerlichung des Rats der Ältesten und durch das Gefühl für den Wert des Anderen. Respektlosigkeit bedeutet zerstören und zieht alle in Mitleidenschaft. Aus dem Respekt entsteht die Einsicht, dass Wiedergutmachung angezeigt ist, wenn einem Tier, einem Menschen oder der Mutter Natur Schaden zugefügt wurde, vor allem, wenn dies mit Absicht geschah.

e Konsens

Mit diesem Grundsatz wird versucht, vor jedem persönlichen Nutzen einen kollektiven Nutzen zu erreichen. In einem Gespräch, an dem alle teilnehmen, werden die Ansichten und Meinungen zusammengetragen. Das kollektive Wohl beziehungsweise. das Wohl der Mitglieder der Gruppe hat Vorrang vor jedem persönlichen Wohlergehen.

f Beteiligung

Jedes Mitglied der Gemeinschaft oder der Familie muss zur Lösung beitragen. Für jede einzelne Aktion, welche die Gemeinschaft plant, müssen die Interessen und Bedürfnisse jedes einzelnen Mitglieds berücksichtigt werden. Eine Aktion wird erst rechtmässig, wenn alle daran beteiligt sind.

g Mitverantwortung

Hier geht es um das Gefühl der Verantwortlichkeit, um das Verhältnis des einzelnen zum Ganzen und die gegenseitige Unterstützung. Kein Beitrag wird nach der Menge oder Qualität beurteilt, sondern nach dem guten Willen, der damit verbunden ist. Ein Beitrag ist nicht immer materieller Art, es können auch Ideen, Ratschläge oder Hilfestellungen emotionaler Art sein, wenn jemand in der Gemeinschaft dies braucht. Eine Beileidsbezeugung zeigt sich zum Beispiel nicht in Worten, sondern dadurch, dass man die Trauernden in kollektiver Solidarität begleitet.

h Zuhören

Dieser Grundsatz basiert auf der Einsicht, dass nicht schon alles festgelegt ist. Im Gegenteil, das Zuhören ermöglicht einen Beschluss, über den alle diskutiert haben und dem alle zustimmen können. Es wird dann auf Grund einer umfassenden Wahrheit verhandelt, weil durch das Zuhören mehr Information über das, was diskutiert wurde, zusammengekommen ist. Zuhören erlaubt, im Haus oder in der Gemeinschaft gruppeninterne Befragungen durchführen. Es umfasst individuelle und kollektive Diskussionen und hilft, auch die persönlichen, verborgenen Urteile und Interessen aller Mitglieder kennen zu lernen. Schliesslich erlaubt das Grundprinzip des Zuhörens, über irgendein Thema, das von allgemeinem Interesse ist, zu informieren, es zu analisieren, darüber zu diskutieren und zu verhandeln.
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Helen Hagemann
info@guatesol.ch


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